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Es zählt nur die Qualität!

Es wäre eine stille Revolution, wenn sie nicht wieder verschlafen wird. Um in der Corona-Krise das Musikleben Tirols nicht zum Erliegen zu bringen, haben sich das Land Tirol und der Tiroler Volksmusikverein zusammengetan, um durch die Übernahme von Gagen Wirte zu animieren, traditionelle Volksmusik in ihren Häusern erklingen zu lassen. Wessen Auftritt gefördert wird, entscheidet der Obmann des Volksmusikvereins Peter Margreiter, ein erfahrener Juror, der sich im Gespräch kompromisslos zur Qualität bekennt.

Dass ein solches Bekenntnis vielen anderen Musikanten, die mit ihren teils unsäglichen und vor allem meist viel zu lauten Auftritten nicht nur die Volksmusik an die Wand gelärmt, sondern auch das musikalische Image Tirols erfolgreich ruiniert haben, dagegen protestieren, liegt auf der Hand. Man kann nur hoffen, dass dieser Protest keine Wirkung zeigt!

Denn was auch immer man unter traditioneller Volksmusik verstehen mag: Ihre historische und formale Anbindung an die Klassik, ihre oft kammermusikalische Natur und die herausfordernde Tatsache, dass unplugged gespielt werden muss, sind Basis für eine Qualität, die höchstens noch durch dumme Liedtexte ruiniert wird. Man könnte geradezu ins Schwärmen geraten, wenn man sich vorstellt, wie unsere musikalische Breitenkultur plötzlich klingen würde, wenn etwa auch für Platzkonzerte solch strenge Förderungskriterien zur Anwendung kämen?

Alois Schöpf

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