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Egyd Gstättner
Werner Schneyder nachgerufen

An Werner Schneyder, dessen Todestag sich heute zum zweiten Mal jährt, hat mir vieles imponiert: Seine Haltung vor allem. Seine Unbeugsamkeit, seine Geradlinigkeit, seine Konsequenz: Dass er sich nicht verbiegen, instrumentalisieren, schubladisieren hat lassen. Viele „Ansichten eines Solisten“, die berührende Erzählung „Krebs“ über das Sterben seiner Frau oder das scheinbar paradoxe, tatsächlich aber richtungsweisende Bekenntnis des Erzsozialdemokraten der späten Jahre: „Ich bin konservativ“: Diese Einstellung hätte vielen seiner Gesinnungsgenossen Glaubwürdigkeit und Gewinn gebracht.

Da ich im Lauf der Jahre wiederholt gemeinsame Auftritte mit „Werner“ absolvierte (etwa „Die Rache der Gutmenschen“ vor den mittlerweile schon legendären Kärntner Wendewahlen 2013) und mit ihm Gespräche führte, habe ich auch die Verletzlichkeit der Künstlerseele mitbekommen, die in diesem Bären von einem Mann lebte. Gerade große Existenzen sind nicht frei von Niederlagen und Erniedrigungen.

Ich habe noch die Worte im Ohr, mit denen Werner, der den Beruf des Kabarettisten an den Nagel gehängt und im letzten Vierteljahrhundert seines Lebens mehr und mehr zum Schriftsteller geworden war, sich bitter darüber beklagte, wie ihn das literarische Zentralorgan seiner Wahlheimat, das Musil-Institut, in all den Jahren konsequent übergangen und ignoriert hatte: Keine Anfrage, keine Einladung, nichts!

Wenn man die Wahrheit pointiert ausdrückt statt hermetisch, – wenn man, was sich sagen lässt, klar sagt, – wenn einen die Menschen verstehen und wenn man sie mitunter sogar erheitert und geistig erfrischt, so unangenehm die Botschaft auch sein mag: Das verzeiht einem die Wissenschaft selten!

Dass Werner Schneyder in den Tagen nach seinem Tod vom Bundespräsidenten abwärts hymnisch gerühmt und gewürdigt wurde, aber sein Leben lang vergeblich darauf gewartet hatte, den Kulturpreis des Landes Kärnten verliehen zu bekommen, (der seinem vielfältigen und nicht zuletzt literarischen Lebenswerk selbstverständlich gebührt hätte), ist eine Schande für das Land und insbesondere für seinen Kulturbetrieb.

Ehrenzeichen hin oder her: Jetzt ist auch diese Peinlichkeit für alle Zeiten in Stein gemeißelt.

Lieber Werner: Danke für Deinen Mut und deinen Unmut! Danke für Deine Worte und Deine Werke! Dein Beispiel bleibt am Leben. Dein Vermächtnis hat Bestand.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. dr.eibel

    Egyd Gstättner, danke!!!!!!!!! und er war so konsequent in seiner behauptung als jemand, der sagt!!!, was wichtig ist. was stärkt, was liebt.

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