Zu den Festtagen: Hannes Hofinger, Gebet

Lieber Gott!
Wenn all dies Deine Vorschriften sind,
wenn Du es davon abhängig machst,
ob ich eines nicht zu fernen Tages
zu Dir ins Paradies gelange
oder in die ewige Dunkelheit verdammt werde,
dann, lieber Gott,
dann bitte schick mich in die Hölle!

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Franz Tschurtschenthaler, Südtirol ohne Maske, Neunter Brief

Gerade eben wurde bekannt, dass der Gesundheitsminister in Rom eine Regelung unterzeichnet hat, nach der sämtliche Liftanlagen Italiens erst am 18. Jänner wieder öffnen dürfen – und nicht, wie von den Südtiroler Anlagenbetreibern erhofft, schon eine Woche früher. Irgendwie vermute nicht nur ich: das liegt unter anderem daran, dass den italienischen Politikern – zumindest jenen von Affi südwärts – jedes Verständnis dafür abgeht, was Wintersport eigentlich ausmacht.

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Tiroler Tageszeitung, Apropos, Vernünftig ist dumm!

Für Querdenker fehlt mir jedes Verständnis! Inzwischen verdanken wir vor allem ihnen, diesen Privatwissenschaftlern, aber auch jenen, denen demonstrativ ohnehin alles egal ist, weil sie sich nicht für gefährdet halten, den dritten und nun wirklich lästigen Lockdown.

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Literarische Korrespondenz, Neujahrsbotschaft, Liebe Leserinnen und Leser!

Ich möchte den Jahreswechsel benützen, um Ihnen zuerst einmal ein weniger kompliziertes neues Jahr zu wünschen, als es das Corona-geschädigte vergangene war. Mögen Sie erst gar nicht mehr nach Hause kommen, weil Sie so oft im Gasthaus sitzen oder durch ferne Lande reisen! Mögen Sie heiser davon werden, weil Sie mit Freundinnen und Freunden so viel zu besprechen haben, was Sie unter Quarantänebedingungen nicht besprechen konnten!

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Zu den Festtagen, Helmuth Schönauer, Wie warm, wie Winter! Short Story

Unser Hotel ist leer wie die anderen sechzehn Fünfsterne-Anlagen im Bergdorf, die unterirdisch miteinander verbunden sind. Als Kinder sind meine Schwester und ich in den Tunneln mit dem Elektromobil gefahren und haben ab und zu Unfälle ausgelöst mit Versorgungswagen, die Tag und Nacht mit Fleisch oder Bettwäsche unterwegs sind. Jetzt sitzt meine Schwester schwanger in ihrer Lärchensuite und geht nicht mehr vor die Tür. Ich liege dieser Tage fast ununterbrochen im körperwarmen Freiluftpool und schalte ab und zu den Sprudel ein.

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Zu den Feststagen, Stephan Alfare, Drei Gedichte

Erinnerung, halb im Schlaf noch:
Silvesternacht im toten Haus
unterm Schwimmbad.
Die Gesichter der Leute schienen
irgendwie herabgerutscht zu sein.
Große Verbitterung.
Tote Hose, Rauchverbot.
Ängstliche Menschen.
Einen Kasten Bier habe ich ausgetrunken.

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Tiroler Tageszeitung, Apropos, Marketing statt Kritik

Schimpfen bringt keine neuen Erkenntnisse. Daher schalte ich, wie viele meiner Zeitgenossen, die ich befragt habe, schleunigst um oder den Fernsehkasten überhaupt aus. Es gelingt mir nämlich beim besten Willen nicht, unserer Regierung, auch wenn sie Fehler macht und sich unverzeihliche Schlamperei leistet, grundsätzlich Unvermögen oder gar den Willen zu unterstellen, eine totalitäre Diktatur zu errichten.

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Elias Schneitter, Der Kunde ist König!

„Ich will alles und das sofort und zum niedrigsten Preis“, denn „wer zahlt, der schafft an“. Heute bestellen und morgen muss das Produkt schon zugestellt sein. Das scheint die Erwartung der überwiegenden Mehrheit der Kundschaft zu sein. Momentan läuft ja eine große Diskussion über den Online-Handel, vor allem rund um Amazon und ähnliche Anbieter.

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Zu den Feststagen, Alois Schöpf, Der Turm von Tanneneh, Short Story

Unter dem Langtauferer Ferner, der ein Arm des zwischen dem Schnalser- und dem Ötztal sich hinziehenden Vernagtferners ist, stand einmal eine große, reiche Stadt, und da noch kein Schnee die Täler bedeckte, erstreckte sich weithin ein schöner Tannenwald, daher hatte die Stadt ihren Namen: Tanneneh. Leider war auch den Leuten von Tanneneh, wie in vielen anderen Gebieten der Alpen, das viele Geld zu Kopf gestiegen.

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