Franz Tschurtschenthaler, Südtirol ohne Maske, Zweiter Brief

Und denken Sie jetzt bitte nicht, ich unterstelle unseren Briedern und Schwestern im Sieden da Böses, denn diese Defizite sind sogar amtlich bestätigt, wurden sie doch durch eine Studie (DESI 2003) bei Gymnasiasten nachgewiesen. Beim Wortschatztest erreichten dabei nur 14 Prozent der Südtiroler Gymnasiasten die höchste Leistungsgruppe. Zum Vergleich: In Deutschland gehört dieser fast die Hälfte der 15jährigen an. In der schlechtesten Gruppe landete hingegen fast ein Viertel der Südtiroler gegenüber nur 7 Prozent der deutschen Schüler.

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Tiroler Tageszeitung, Apropos, Der epische Herr Thiem

Als ich am Montagabend nach Hause fuhr, hörte ich im Autoradio, wie einer unserer erleuchteten Sportreporter noch immer mit verquetschter Stimme von der „epischen Nacht“ des Dominic Thiem schwärmte. Ich gestehe: Ich leide schon unter Schweißausbrüchen, wenn erwachsene Zeitgenossen sich bei der Jugend oder dem Zeitgeist einzuschleimen versuchen, indem sie Worte wie „cool“, „Alter“, „krass“ oder „geil“ verwenden.

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Reinhard Kocznar, Prävention, ein Perpetuum mobile vierter Art, Essay

Bei näherer Betrachtung ist Prävention keine Heilung, keine Reparatur, nicht einmal eine Problemlösung im weitesten Sinn. Prävention ist das Hobby der Zeitreichen. Sie beruhigt den Aberglauben und gibt den Orientierungslosen eine Stütze. Sie gibt denen, die sich gern darstellen, eine Bühne mit großem Publikum. Sie hilft vielen, nur nicht denen, die ein Problem haben.

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Vanessa Musack, Bis weit hinter den Achensee… Das Hotel Windegg in Steinberg am Rofan

Wenn heute ein Betrieb zehn Arbeiter oder Angestellte „freisetzt“, wie das so schön heißt, wird nicht selten mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns in den Medien darüber berichtet. Wenn hingegen ein Wirtschaftsbetrieb zur Betriebsauflösung gezwungen ist oder gar, wie es mitleidslos heißt, in Konkurs geht, hält sich das Bedauern in Grenzen, liegt doch dem zeitgeistigen Mainstream die Annahme zugrunde, wonach die meist schlechten Charaktereigenschaften von Unternehmern keines Mitleids würdig seien.

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Elias Schneitter, Dann ist ja alles in Ordnung. Short Story

Hin und wieder drehe ich meine Lokalrunden durch die Innenstadt von Wien und kehre in der Wunderbar, beim Lukas, im Altwien und anderen Lokalitäten auf ein paar Seidel ein. Dabei treffe ich fast immer auf dieselben Stammgäste.
Einer dieser Stammgäste war der Weißgspritzte. Er verkehrte nur im Altwien, zumindest begegnete ich ihm immer nur dort

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Tiroler Tageszeitung, Apropos, Krankheit und Angst

Wer schon einmal im Leben von einer heimtückischen Krankheit heimgesucht wurde, weiß, dass diese sehr oft aus zwei Teilen besteht. Aus der Krankheit selbst und der Angst. Wobei das Erstere, die Krankheit, oft leichter zu therapieren ist als das Zweite, die Angst, die jede Lebensqualität zerstören kann.

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Literarische Korrespondenz, Sehr geehrte Frau Barbara Rett!

Als Sie letzten Sonntag, den 6. September, das Konzert von Rudolf Buchbinder mit den Wiener Philharmonikern und für den darauffolgenden Montag die Eröffnungspremiere der Wiener Staatsoper unter der neuen Intendanz von Bogdan Roščić im ORF ankündigten, gelang es Ihnen wieder einmal, Ihr kapitales Missverständnis, was Hochkultur ist und zu sein hat, in zwei kleinen Satzfragmenten zu konzentrieren.

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Reinhard Walcher, Eine Pandemie, die keine ist.

Man wird nie wissen, ob einzig die „Maßnahmen“ gegriffen haben oder ob das C-Virus von selbst verschwunden wäre und sich mit viralem Grundschwirren zufriedengegeben hätte. Wer Zweiteres glaubt, unterliegt zwar dem Präventionsparadox, da aber die Ansteckungszahl schon drei Tage vor dem Lock- und Shutdown gesunken ist, wäre angesichts der katastrophalen medizinischen, wirtschaftlichen, sozialen und psychischen Kollateralschäden durchaus eine offene Diskussion angebracht.

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Franz Tschurtschenthaler, Südtirol ohne Maske, Erster Brief

Denn immer, wenn im ach so fernen Ausland ein Politiker dem Volke Gutes tut, ein Wissenschaftler Bahnbrechendes erfindet, ein Schauspieler Kaiserwürden erlangt, ein Showmaster ungeahnte Popularität erlangt oder ein Musiker mit den Spatzen pfeift: die allerwichtigste Eigenschaft, die ihn dabei auszeichnet, ist seine Zugehörigkeit zum Volksstamm der Südtiroler.

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Tiroler Tageszeitung, Apropos, Vormarsch der Potentaten

Ungestört werkelt in Nordkorea ein jugendlicher Diktator mit seiner Schwester an der Atombombe, während sein Volk verhungert. Noch ungestörter rottet in China Herr Xi Jinping, dessen freundliches Gesicht jenem des Genossen Stalin gleicht, gerade das Volk der Uiguren aus.

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Alois Schöpf, Es ist nie zu spät! Was Hänschen nicht lernt, kann Hans noch lange lernen.

Ich habe als Zehnjähriger mit dem Klarinettenunterricht begonnen. Nicht unbedingt deshalb, weil ich ein Instrument erlernen wollte, sondern eher, weil ich auf diese Art dem strengen Tagesablauf des Internats ein Schnippchen schlagen konnte. Im Musikhaus üben oder Unterricht nehmen war nämlich immer möglich. Aufgrund dieser Motivationslage war mein Lernerfolg, wie es so schön heißt, enden wollend.

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